Vorwort des Vorstands zum Geschäftsbericht 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
im Negativzinsumfeld die Anlageziele zu erreichen, ist für private wie auch institutionelle Anleger eine große Herausforderung. Auch für die Finanzindustrie selbst stellen diese durch Zentralbankpolitik geprägten Rahmenbedingungen kombiniert mit dem weiterhin hohen Niveau an regulativen Maßnahmen eine zunehmend große Hürde dar, die Unternehmensziele zu erreichen.
 
In unserer Rolle als Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe war es uns 2015 umso wichtiger, Sparkassen, ihren Kunden und institutionellen Drittkunden Wertschöpfung entlang des gesamten Investmentprozesses zu generieren. 
So ist es gelungen, deutlich mehr Menschen und Institutionen an Wertpapiere heranzuführen und ihnen eine Perspektive für ihre Investitionen zu eröffnen.
 
Die Übertragung unserer Wertpapierhausstrategie in unser operatives Geschäftsmodell konnten wir im vergangenen Jahr konsistent voranbringen. 
Die 2013 entwickelte Unternehmensstruktur mit Sparkassenvertrieb und Vertrieb Institutionelle Kunden, den vier Geschäftsfeldern, zwei davon im Asset Management und zwei im Bankgeschäft, und unseren Zentralbereichen hat sich bewährt.
 
Wir konnten unser Wirtschaftliches Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um 12,8 Prozent auf 610,6 Mio. Euro steigern. Es lag damit deutlich über unseren Erwartungen.
 
Unser eigenes Potenzial als Wertpapierhaus der Sparkassen haben wir insbesondere mit der intensiveren Verankerung der Wertpapieranlage in der Kundenberatung der Sparkassen heben können. Die auf Retailkunden entfallende Nettovertriebsleistung hat sich somit ungefähr verdoppelt und lag 2015 bei 10,2 Mrd. Euro. Auch das Geschäft mit Institutionellen Kunden wuchs deutlich (Nettovertriebsleistung 2015: 9,3 Mrd. Euro).
 
Die Gesamtnettovertriebsleistung von 19,5 Mrd. Euro verdeutlicht, wie besonders positiv das Wertpapierjahr 2015 war.
 
Das Provisionsergebnis war auch 2015 mit einem Anteil von  rund 70 Prozent an der Summe der Erträge größter Ertragsbringer. Dagegen reduzierte sich das Zinsergebnis erwartungsgemäß deutlich.
 
Die fortgesetzte Kostendisziplin trug dazu bei, dass Personal- und Sachaufwendungen trotz Investitionen in den Ausbau des Wertpapierhauses und Regelbeiträgen für die Sicherungsreserve sowie Bankenabgabe nur leicht anstiegen.

[von links nach rechts]

Dr. Georg Stocker, Stellv. Vorsitzender des Vorstands
Manuela Better, Mitglied des Vorstands
Martin K. Müller, Mitglied des Vorstands
Michael Rüdiger, Vorsitzender des Vorstands
Stefan Keitel, Generalbevollmächtigter
Dr. Matthias Danne, Mitglied des Vorstand

Alle Anforderungen, die aus dem Status als systemrelevante Bank erwachsen, hat die Deka im ersten kompletten Geschäftsjahr unter EZB-Aufsicht vollumfänglich erfüllt. Dies werten wir als erneuten Qualitätsbeweis mit Blick auf das Geschäftsmodell und unsere Liquiditäts-, Eigenkapital-, Ergebnis- und Risikosteuerung. Gleichwohl bilden die nochmals verschärften aufsichtsrechtlichen Vorgaben eine besondere Herausforderung für alle Banken und damit auch die Deka. Mit unserer auskömmlichen Liquiditätslage, einer harten Kernkapitalquote von 12,4 Prozent per 31. Dezember 2015 und einer weiterhin moderaten Risikoauslastung sind wir dafür im Branchenumfeld gut aufgestellt.

Auch dadurch konnten wir unser Ziel erreichen, eine gute Ratingeinschätzung zu erhalten. Wir sehen dies als wichtige Grundlage, damit wir unsere Funktion als Liquiditäts-, Risiko- und Sicherheitendrehscheibe für Sparkassen auch künftig uneingeschränkt erfüllen können.

Für 2016 erwarten wir auf Ebene der Deka-Gruppe eine insgesamt stabile Entwicklung der wirtschaftlichen Lage, wenngleich wir mit einem niedrigeren Wirtschaftlichen Ergebnis rechnen. Wir gehen davon aus, dass es moderat unter dem besonders guten Vergleichswert 2015, aber in etwa auf dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen wird. Dies stellt die Ausschüttungsfähigkeit der Deka ebenso sicher wie die auch künftig erforderliche Stärkung der Kapitalbasis.

Um unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu machen, müssen wir weiterhin investieren. Die Bedürfnisse der Privatanleger und institutionellen Investoren geben hierfür die Prioritäten vor. Für die Privatkunden der Sparkassen steht der Ausbau des Multikanalangebots im Wertpapiergeschäft im Mittelpunkt, während wir im Institutionellen Asset Management besonderes Augenmerk auf den Kapazitätsausbau im Vertrieb und das verstärkte Angebot im Master-KVG-Geschäft richten.

Wertpapieranlagen sind wichtige Instrumente zum Erreichen der Anlageziele von privaten und institutionellen Kunden. Die Verbreitung von entsprechenden transparenten Anlageinstrumenten – und damit auch die Förderung der Wertpapierkultur – ist uns ein wichtiges Ziel.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift Michael Rüdiger
Michael Rüdiger
Unterschrift Dr. Georg Stocker
Dr. Georg Stocker
Unterschrift Manuela Better
Manuela Better
Unterschrift Dr. Matthias Danne
Dr. Matthias Danne
Unterschrift Martin K. Müller
Martin K. Müller